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A Few Good Friends
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Frau barfuß am Meer

Allein aber nicht einsam: Darum ist Solo-Urlaub eine gute Erfahrung

von Sirany, 14.05.2018

Von Zeit zu Zeit ist es gut, wenn sich der Mensch daran erinnert, dass er auf eigenen Beinen stehen kann – unabhängig von Partner, Freunden und Familie. Nirgendwo geht das besser als allein auf Reisen.

Wenn eine Beziehung scheitert und sich die Wege plötzlich trennen, ist man erst einmal wieder völlig auf sich gestellt. Die meisten überfordert diese Freiheit, Entscheidungen auf einmal nur noch für sich selbst treffen zu müssen und niemandem mehr Rechenschaft schuldig zu sein. Denn schnell verlernt man, auf eigenen Beinen zu stehen. Generell sind wir im Alltag ziemlich vielen Menschen in unterschiedlicher Weise verpflichtet. Nicht nur dem Partner, sondern auch Freunden, Familie, Arbeitskollegen und Vorgesetzten.

Alleine auf Reisen habe ich die Möglichkeit, mich für einige Zeit frei von diesen Abhängigkeiten zu machen. Normalerweise stecken wir oft zurück, gehen Kompromisse ein und versuchen, es anderen recht zu machen. Dabei dürften wir ruhig ein bisschen egoistischer sein. Der Solo-Urlaub ist die perfekte Gelegenheit, um das auszuleben. Ich alleine entscheide, in welcher Unterkunft ich übernachte, in welchem Restaurant ich esse und welche Sehenswürdigkeiten ich besichtigen will.

Wer schon einmal in einer größeren Gruppe mit Freunden Urlaub gemacht hat, weiß, wie nervenaufreibend das sein kann. Schon die Diskussion darüber, wo gemeinsam zu Abend gegessen werden soll, kann zum Kleinkrieg ausarten. Am Ende haben einige ihren Willen gekriegt und der Rest ist maulig, weil er sich auf einen Kompromiss eingelassen hat. Und der Urlaub sollte die Zeit des Jahres sein, in der man am wenigsten Kompromisse machen muss und einfach gut zu sich selbst ist!

Doch auch den Menschen, die kein Problem damit haben, den Mittelweg einzuschlagen, lege ich die Alleinreise ans Herz. Dazu gehört auch, schwierige Entscheidungen zu treffen und Probleme zu lösen, wenn sie auftreten. Als mich eine israelische Fluggesellschaft festhielt, weil sie mich als alleinreisende junge Frau anscheinend dem Profil „potenzielle Dschihadistin“ zuordnete, hat mich das in dem Moment zwar tierisch aufgeregt, heute kann ich darüber lachen. Schwierige Situationen zu meistern, stärkt das Selbstbewusstsein, und im besten Fall wächst man in so einem Urlaub über sich selbst hinaus.

Und solch eine Sicherheit strahlt man dann auch aus. Ich erinnere mich, wie ich einen Tag durch Tel Aviv gelaufen bin und mit so vielen Leuten ins Gespräch kam, dass ich am Abend sogar froh war, wieder etwas Ruhe und Zeit für mich zu haben. Einsam ist man alleine auf Reisen also nicht, wenn man es nicht will. Dafür sorgen Hostels, Couchsurfing und Travelbuddy-Apps. Dass es im Solo-Urlaub die ein oder andere Stunde gab, in der ich mich verloren fühlte, will ich nicht leugnen. Aber dank Smartphone sind die Lieben zu Hause zumindest digital fast immer erreichbar. Und für diese Menschen mache ich nach meiner Rückkehr aus dem Urlaub auch wieder viel lieber Kompromisse.

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