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Eigenes Auto in der Stadt: Überflüssig oder sinnvoll?

Eigenes Auto in der Stadt: Top oder flop?

von Sirany, 22.12.2017

Ein eigenes Auto macht flexibel und unabhängig. Aber braucht das der Großstädter in Zeiten von Carsharing überhaupt noch? Unsere Autoren Florian und Sirany sind da verschiedener Meinung.

Sirany: Contra – Ein eigenes Auto kostet nur Geld und Nerven

Manchmal, wenn mir der Bus im strömenden Regen vor der Nase wegfährt, wünsche ich mir ein eigenes Auto. Doch dann rufe ich mir wieder die verbissen dreinblickenden Autofahrer ins Gedächtnis, wie sie hupend und schimpfend zur Rush Hour in den Straßen feststecken. Aber: „You are not stuck in traffic, you are traffic.

Wer heute direkt in der Stadt wohnt, spart kaum Zeit, wenn er das Auto für den Weg zur Arbeit nimmt. Rote Ampeln, volle Straßen und die leidige Parkplatzsuche ziehen die Fahrt in die Länge. Mit dem Fahrrad, S- oder U-Bahn geht das alles schneller. „Selbst schuld“, denke ich mir, wenn ich entspannt an genervten Autofahrern vorbei radel, die wieder einmal nicht vorankommen.

Aber das eigene Auto schadet nicht nur deinem Seelenwohl, sondern geht auch ganz schön ins Geld: Anschaffungskosten, Benzin, Versicherungen, Garagenstellplatz, TÜV und Reparaturen. Günstiger ist der Großstädter von heute doch mit Carsharing unterwegs. Wenn ich wirklich mal ein Auto brauche, zum Beispiel für den Großeinkauf, ist der nächste DriveNow-Wagen oder das car2go in der Regel keine zehn Minuten von mir entfernt. Wo, das kann ich über die App schnell herausfinden und reservieren. Damit bin ich fast so flexibel wie mit einem eigenen Auto.

Und besser für die Umwelt ist es auch. Es wird Zeit, dass die Begrenzung der CO2-Emissionen weiter vorangetrieben wird. Denn Zustände wie in Peking oder Neu-Delhi sind wohl kaum erstrebenswert. Bessere Luft, weniger Lärm und eine geringere Umweltbelastung sind auch das Hauptargument für mich, warum ich weiter auf ein eigenes Auto verzichten werde.

Ohnehin sind Autos in den Städten doch sowas von gestern. Es müssen nur genügend Alternativen geschaffen werden: ein ausgebautes, gut funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz und gescheite Radwege zum Beispiel.

Flo: Pro – Das Auto ist dein zweites Zuhause

Ein eigenes Auto bedeutet in erster Linie eines: Freiheit. Auf dem Land ist es vielleicht unersetzlicher als in der Stadt, doch jederzeit überall hin zu können, ohne dafür auf andere Verkehrsmittel angewiesen zu sein, ist auch in Ballungszentren ein echter Gewinn. Vor allem ein zeitlicher. Es mag ja stimmen, dass das Auto durch Dauerstaus im Berufsverkehr auf einigen Strecken ähnlich lange braucht, wie die Öffis oder das Rad. Doch nicht jeder wohnt oder arbeitet direkt an Bus oder U- Bahn und gerade im Regenloch an der Elbe, wo meine Vorrednerin Sirany derzeit lebt, ist ein Fahrrad nun wahrlich keine Alternative, um trocken bei der Arbeit zu erscheinen.

In den allermeisten Fällen ist es aber nicht nur am bequemsten, sondern auch am schnellsten, mit dem eigenen Auto unterwegs zu sein: Fix mal zum Fitnessstudio, die Tasche findet im Kofferraum Platz. Schnell mal die Mutti besucht, der Blumenstrauß macht auf dem Beifahrersitz keine Probleme. Genauso wenig wie die unhandlichen Hemden aus der Reinigung. Und für den Wochenendausflug an die See oder ins Skigebiet mit viel Gepäck an Bord ist das Auto auch als Städter ein echter Gewinn.

Ich gebe ja zu, dass auch ich mich manchmal über andere Autofahrer und das Verkehrschaos im Allgemeinen aufrege – wesentlich häufiger allerdings über die ständig überfüllten Bahnen und Busse, die mich trotz eigener Spur jeden zweiten Tag verspätet zur Arbeit und zurück karren, wenn ich aufs Auto verzichte. Da warte ich ehrlich gesagt lieber sitzend im warmen Auto an der Ampel als stehend an der Bushaltestelle bei zwei Grad und Regen von der Seite.

Für mich ist das eigene Auto eine Art zweites Zuhause, in dem ich machen kann, was ich will, die Richtung ändern kann, wann ich will und das durch Car-Sharing höchstens zu ergänzen, nicht jedoch zu ersetzen ist. Und schon in wenigen Jahren wird sich das E-Auto zur vollwertigen Alternative entwickelt haben, sodass die CO2-Emissionen pro Fahrzeug auch deutlich sinken werden.

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