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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Aufnahme mit Drohne von der Maya Bay auf der thailändischen Inselgruppe Ko Phi Phi

Not another day in paradise: Asiens Traumstrände werden geschlossen

von Sirany, 13.09.2018

Traumstrände und klares, türkises Wasser haben die philippinische Insel Boracay und die Maya Bay auf Ko Phi Phi in Thailand bei Urlaubern weltberühmt gemacht. Doch die Natur leidet darunter.

Wer den Film “The Beach“ über eine Gruppe Backpacker gesehen hat, die sich zu einem versteckten Strand begibt, erinnert sich vielleicht noch an folgende Szene: Nach einem beschwerlichen Weg erreichen Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio und seine Begleiter die sagenumwobene Bucht und kommen aus dem Staunen aufgrund ihrer Schönheit nicht mehr raus. Feiner, weißer Sandstrand, kristallklares, türkises Wasser und große Palmen machen die Landschaft aus. Felsen säumen die Bucht und geben ihr so etwas Heimeliges.

Gedreht wurde der Film auf der thailändischen Inselgruppe Ko Phi Phi, genau genommen in der Maya Bay. Und schnell sprach sich unter Urlaubern herum, wo dieses schöne Fleckchen Erde zu finden ist, das in “The Beach“ so zelebriert wird. Die Touristenströme ließen nicht lange auf sich warten und wurden tagtäglich in Booten angekarrt – auf Kosten der Umwelt.

Ein Strand macht dicht

Der Massentourismus hat die Korallenbänke der Maya Bay stark beschädigt, sodass Thailand beschlossen hat, den Traumstrand für vier Monate zu schließen. Von Juni bis September dürfen Urlauber den Ort nicht betreten. Das ist allerdings nur die Nebensaison. Pünktlich zur Hauptsaison und besten Reisezeit im November ist “The Beach“ wieder offen. Allerdings dürfen dann “nur“ noch 2.000 anstatt 5.000 Urlauber auf einmal in das Areal.

Auch andere Inseln kämpfen mit Problemen

Ko Phi Phi ist kein Einzelfall. Laut “ Spiegel Onlinesollen 77 Prozent von Thailands Korallenriffen schwer beschädigt sein. Daher ziehen die Verwaltungen anderer Inseln ebenfalls Konsequenzen. Auf Phuket dürfen Sonnenschirme, Liegen und Buden nur noch in ausgewiesenen Zonen aufgestellt werden und auf Ko Similan sind künftig keine Übernachtungen mehr erlaubt.

Die philippinische Insel Boracay trifft es besonders hart: Das komplette Eiland ist seit Ende April ein halbes Jahr lang für Touristen geschlossen. Einen großen Anteil an den Umweltschäden haben hier die Hotels, die ihr Abwasser samt Fäkalien einfach ins Meer leiten. Doch auch Taucher, die Korallen abbrechen, Plastikmüll im Meer und Zerstörung durch Bootsanker verursachen die Probleme.

Massentourismus in der thailändischen Maya Bay auf Ko Phi Phi
Und dann kamen Touristen – zuletzt wurde die zur thailändischen Inselgruppe Koh Phi Phi gehörende Maya Bay regelrecht überrannt.

Und was kommt danach?

Fakt ist: Eine temporäre Schließung von Stränden und Inseln wird auf Dauer nicht ausreichen, damit sich die Natur von den Besucheranstürmen erholen kann. Doch Länder wie Thailand oder die Philippinen leben vom Tourismus und können und wollen nicht langfristig auf die Einnahmen daraus verzichten. Ein nachhaltigeres Konzept muss her, welches Flora und Fauna besser schützt und einen Tourismus ermöglicht, der stärker im Einklang mit der Natur ist.

Ist sanfter Tourismus die Lösung?

Solch einen Ansatz verfolgt der nachhaltige bzw. sanfte Tourismus. Er ist dadurch definiert, dass die Bedürfnisse der Urlauber zwar weiterhin gestillt werden, ohne dabei jedoch auf die Natur des Landes einzuwirken oder ihr gar zu schaden. Weitere Merkmale des sanften Tourismus sind eine bestmögliche Anpassung an die Kultur des Urlaubslandes sowie eine möglichst intensive und ursprüngliche Wahrnehmung der Natur.

Ein konkretes Beispiel dafür: Themenwanderwege in Nationalparks, die den Besuchern Möglichkeiten zum Beobachten der Natur geben, sie aber über festgelegte Routen führen, um die Flora und Fauna zu schützen. Auch Barfußpfade fallen darunter, weil sie einen intensiveren Kontakt zur Natur fördern.

Urlauber vor der Küste Boracays auf einem Bananenboot
Urlauber vor der Küste Boracays auf einer Banane – so sieht sanfter Tourismus nicht aus.

Nachhaltiger Tourismus: Tipps für deine Reise

Auch du kannst einige Dinge dafür tun, um nachhaltiger zu reisen. Das fängt schon bei der Wahl des Fortbewegungsmittels an. Flugreisen sind besonders umweltschädlich und auch Kreuzfahrtschiffe verschmutzen die Luft. Besser geht es dagegen mit Bus, Bahn oder Fahrrad. Für Fernreisen auf andere Kontinenten kommen diese Transportmittel eher weniger infrage, doch auch in Deutschland und den Nachbarländern gibt es viel zu entdecken – und du reduzierst deinen ökologischen Fußabdruck. Weitere Tipps: 

  • Buche eine nachhaltige Unterkunft oder Bio-Hotels und -Bauernhöfe.
  • Verzichte auf All-Inclusive, denn damit unterstützt du in der Regel nicht die einheimische Bevölkerung, sondern große Konzerne.
  • Umweltzertifikate und -siegel helfen dir beim nachhaltigen Reisen. Die Blaue Flagge beispielsweise kennzeichnet nachhaltige Strände.
  • Sei (auch) im Urlaub ein Vorbild. Selbst wenn viele Einheimische im südostasiatischen Reiseland ihren Müll auf den Boden schmeißen – mach es anders und entsorge ihn beispielhaft in der Tonne.
  • Bevorzuge regionale und ökologische Lebensmittel, etwa aus Hofläden.
  • Gehe sparsam mit Wasser um.
  • Versuche möglichst wenig Plastik zu benutzen, indem du auf Einwegartikel verzichtest. Auch ist es in vielen Urlaubsländern gang und gäbe, bei jedem Einkauf noch Plastiktüten mitzugeben – lehne diese dankend ab.
  • Verzichte auf Freizeitangebote und -aktivitäten, welche die Natur schädigen (können), zum Beispiel Bananenboote, Delfinarien, Elefantenreiten, Schlangenfarmen etc.

Sanften Tourismus konsequent zu verfolgen bedeutet vielleicht, auf gewisse Dinge zu verzichten und kein Jetset-Life quer über alle Kontinente zu führen. Aber ganz ehrlich: Mit Tausenden anderen Touristen in der Maya Bay drängen, möchtest du dich vermutlich auch nicht.

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