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Frau arbeitet am Laptop während Flug

Ob Job oder Urlaub: Wie gefährlich ist Höhenstrahlung für Vielflieger?

von Florian, 28.03.2018

Du liebst Fernreisen und im Job bist du auch immer mal wieder mit dem Flugzeug unterwegs? Das ist nicht ganz ungefährlich, denn auf Reiseflughöhe setzt du dich einer deutlichen Menge kosmischer Strahlung aus.

Du bist jung und hast noch keine Kinder. Da bietet es sich an, so oft wie möglich in weit entfernte Länder zu reisen. Denn kommen erst mal familiäre Pflichten auf dich zu, wird das schwieriger. Und auch im Job kannst du jetzt voll durchstarten, bist flexibel und mobil. Wenn dich dein Chef quer durch die Welt schickt, sagst du nicht Nein. Die Konsequenz dieses aufregenden Lebensstils: Du sitzt oft im Flugzeug.

Höhenstrahlung wird oft unterschätzt

Mal abgesehen von dem meist faden Essen und der Enge im Flugzeug (es sei denn, du darfst Business-Class fliegen ;-)) hat das Jetten allerdings noch einen weiteren Nachteil, der den meisten Vielfliegern gar nicht bewusst ist: die Strahlenbelastung. Diese nimmt mit steigender Höhe zu, weil der natürliche Schutz durch die Atmosphäre nachlässt. Passagierflugzeuge fliegen meist in Höhen von 8.000 bis 12.000 Metern. Hier bist du also deutlich mehr kosmischer Strahlung ausgesetzt als auf dem Erdboden. Die Folgen einer hohen Strahlenbelastung solltest du nicht unterschätzen: Im Ernstfall kann es zu Krebserkrankungen kommen.

Frau guckt aus dem Fenster während Flug
Wenn du gern in ferne Länder reist und dazu in den Flieger steigst, bist du oft der Höhenstrahlung ausgesetzt.

Wie hoch ist die Strahlenbelastung auf einem Flug?

Wie hoch die Strahlenbelastung während eines Fluges genau ist, hängt von der Reisedauer, der Flugroute sowie der Sonnenaktivität ab. Besonders intensiv ist die kosmische Strahlung auf diesen sogenannten Polarrouten, die zum Beispiel über den Nordatlantik führen – etwa von Deutschland nach New York. Hier ist die Strahlenbelastung fast dreimal so hoch wie auf einem ähnlich langen Flug von Deutschland nach Afrika. Das hängt mit dem Schutzschirm des Erdmagnetfeldes zusammen, der im Bereich des Äquators weniger Strahlung durchlässt.

Nach Angaben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB) kommt ein Passagier bei einer zehnstündigen Flugreise über den Nordatlantik auf eine Strahlendosis von 50 bis 150 Mikrosievert. Zum Vergleich: Ein Flug nach Südspanien belastet deinen Körper nur mit etwa 10 bis 15 Mikrosievert – also nur rund ein Zehntel eines Nordatlantikfluges.

Die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung, der jeder Mensch in Deutschland ausgesetzt ist, liegt im Jahr bei etwa 2.100 bis 2.400 Mikrosievert. Wer also ein Jahr lang jeden Monat einmal in die USA (und wieder zurück) fliegt, verdoppelt seine Strahlenbelastung unter Umständen.

Vielflieger erreichen schnell kritische Strahlungswerte

Gehörst du zu den Vielfliegern, ist die Belastung durch die kosmische Strahlung also durchaus ernst zu nehmen.
Frühere Studien ergaben, dass Vielflieger bei mehr als 1.000 Flugstunden pro Jahr ähnlich viel Strahlung ausgesetzt sind wie das Wartungspersonal in Atomkraftwerken. Dazu müsstest du allerdings fast jeden Tag eine Kurzstrecke fliegen oder rund 100 mal im Jahr den Atlantik überqueren.

Für Flugbegleiter und Piloten wiederum ist das gar nicht so unrealistisch: Sie sind besonders oft kosmischer Strahlung ausgesetzt und haben daher laut einer groß angelegten Studie mit mehr als 260.000 Teilnehmern ein rund doppelt so hohes Hautkrebsrisiko wie andere Menschen.

Flugzeug erreicht New York beim Sonnenufgang
Mit dem Flieger nach New York: Auf dieser Route ist die Strahlenbelastung besonders hoch.

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Strahlung ist für Gelegenheitsflieger unbedenklich

Die Strahlenbelastung, der Gelegenheitsflieger ausgesetzt sind, stuft das Bundesamt für Strahlenschutz jedoch als gesundheitlich unbedenklich ein – das gilt auch für Schwangere und Kleinkinder. Werdende Mütter sollten lediglich vermeiden, während der Schwangerschaft häufig Langstrecken zu fliegen.

Wie Strahlungswolken das Strahlungsniveau beeinflussen

Laut aktuellen Forschungen der NASA kann es vor allem über dem Nordatlantik und dem Nordpazifik aufgrund von Störungen des Erdmagnetfeldes auch noch zu sogenannten Strahlungswolken kommen, in denen die Belastung doppelt so hohe Werte erreichen kann wie normal. Noch ist es schwierig, die Lage der Strahlungswolken in Echtzeit zu erkennen. Doch in den kommenden Jahren soll die Weltraumwettervorhersage genauer werden, sodass Flugzeuge diese Wolken umfliegen können.

Computertomografie belastet Menschen weit stärker als ein Flug

Interessant ist der Vergleich der Strahlenbelastung im Flugzeug mit der einer Röntgenaufnahme oder Computertomographie (CT). Bei einer Thorax-Aufnahme (Bereich des Brustkorbs) wirken auf den menschlichen Körper beim Röntgen 100 bis 200 Mikrosievert. Bei einer CT sind es sogar 6.000 bis 10.000 Mikrosievert. Damit entspricht das Thorax-Röntgen in etwa einem zehnstündigen Flug von Deutschland in die USA. Eine Thorax-CT hat strahlentechnisch in etwa die gleiche Wirkung wie 60 bis 100 Flüge von einem deutschen Flughafen nach New York.

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