menu
A Few Good Friends
Eine Initiative der
Hobbypiloten und Mitflieger im Flugzeug

Privatpilot gefällig? Dank Mitflugzentralen wie ein Promi reisen

von Florian, 20.06.2018

Mitflugzentralen vernetzen Hobbypiloten und Passagiere. Die steigen gemeinsam auf und teilen sich die Kosten. Aber was taugt das System aus Dutzenden neuer Direktverbindungen?

Das Sharing-Prinzip einer Mitfahrzentrale kennt fast jeder: Besitzer eines Autos stellen eine anstehende Fahrt auf einer Plattform ein, wer mitfahren will, kann sich melden. Die Fahrtkosten werden in der Regel geteilt, und neben dem Portemonnaie profitieren auch die Umwelt sowie die Infrastruktur von der besseren Auslastung des Pkw.

Das Sharing-Prinzip einer Mitflugzentrale funktioniert ganz ähnlich. Dieses Angebot ist zwar noch relativ neu – doch der aktuelle Boom deutet darauf hin, dass sich das gemeinsame Fliegen etablieren könnte.

Privatpiloten werden mit Fluginteressierten verbunden

Es gibt bereits eine Reihe von Anbietern auf dem Markt, die über das Internet Privatpiloten und Mitflieger zusammenbringen. Die 2015 gegründete Mitflugzentrale wingly hat sich ebenso am Markt bewährt wie der Konkurrent Flyt.club, der im selben Jahr startete. Auch Coavmi hat einige Flugstrecken im Angebot.

Das Konzept ist überall vergleichbar: Privatpiloten kleiner Maschinen, die einen Flug planen und über freie Sitzplätze verfügen, werden über die Mitflugzentralen mit Passagieren verbunden, die dieselbe Flugroute absolvieren möchten und die Kosten teilen wollen.

Beide Seiten profitieren also: Die Piloten, die jährlich zwischen 1.000 und 2.000 Euro allein für die Flugstunden zahlen müssen, die für das Recht auf einen Flugschein notwendig sind, können ihre Betriebskosten für Benzin und Öl sowie Flugnebenkosten für Landegebühren und gegebenenfalls Miete mit den Passagieren teilen. Und Mitflieger sind der Lage, sich auf diese Weise auch mit schmalem Budget ein Privatflugzeug zu leisten, das aufgrund seiner geringen Größe zudem an vielen regionalen Flughäfen starten und landen kann, die die großen Passagierflugzeuge gar nicht bedienen.

Dadurch ergeben sich Hunderte neue Direktverbindungen quer durch Deutschland und auch ins Ausland, die bisher nicht im Angebot waren. Und die Abflugzeiten sind überdies oft noch flexibel.

Homepage der Mitflugzentrale Flyt.club angezeigt auf Tablet
Die Homepage der Mitflugzentrale Flyt.club zeigt die angebotenen Strecken an.

Flüge über Mitflugzentralen sind meist bezahlbar, aber selten ein Schnäppchen

Der Preis eines Privatfluges, den du über eine Mitflugzentrale buchst, ist natürlich von der Strecke und der Anzahl der Mitflieger abhängig. Auch eine geringe Vermittlungsgebühr für die Mitflugzentrale deiner Wahl musst du einplanen. Willst du eine hoch frequentierte Strecke zwischen zwei Großstädten im Flieger absolvieren, kann es durchaus günstiger sein, mit Low-Cost-Carriern oder anderen Airlines zu reisen. Denn auf Großflughäfen werden auch für kleine Propellermaschinen teils erhebliche Gebühren verlangt. Dafür hat es natürlich was, so zu reisen, wie es sich sonst nur Promis und andere reiche Menschen leisten können.

Um mal einige Beispiele zu nennen: Ein Flug von Bonn an die Nordsee nach Norden-Norddeich und zurück kostest bei Flyt.club derzeit 247 Euro pro Person. Ein Trip von Zürich über die Alpen nach Locarno wird derzeit für 237 Euro pro Person angeboten. Und im Ultraleichtflieger kannst du für 66 Euro von Hannover nach Hamburg gelangen.

Abzocke durch die Piloten ist verboten

Buchen noch weitere Passagiere die Flüge, kannst du beim Anbieter Flyt.club in den meisten Fällen damit rechnen, am Ende noch Geld erstattet zu bekommen. Denn Abzocke seitens der Piloten ist gesetzlich verboten: Diese dürfen Passagiere nur auf Kostenteilungsbasis mitfliegen lassen, maximal fünf an der Zahl. Gewinne wie ein "Taxifahrer der Lüfte" dürfen Piloten bei privaten Flügen nicht erzielen.

Neben Strecken von A nach B oder zeitlich festgelegten Ausflügen werden bei den Mitflugzentralen auch zahlreiche Rundflüge angeboten, die bei mehreren Passagieren dann zum echten Schnäppchen werden können.

Piper PA 28 auf Landebahn
Mit einer solchen Piper PA 28 könntest auch du abheben.

Das Wetter kann dir einen Streich spielen

So schnell und komfortabel du mit dem Privatflieger auch reisen kannst – eine Sache macht deine Planung schwierig: das Wetter. Denn anders als große Flugzeuge oder Fortbewegungsmittel wie Autos oder die Bahn sind kleine Privatjets oft nicht in der Lage, bei schlechten Bedingungen loszufliegen. Sie reagieren wesentlich empfindlicher auf Turbulenzen (aus diesem Grund sind solche Flüge nicht unbedingt etwas für Menschen, die stark zu Reisekrankheit neigen). So kommt es immer mal wieder vor, dass Flüge verschoben oder ganz abgesagt werden. Wenn ein dringender Termin am Zielort ansteht, solltest du dir dessen bewusst sein. Zahlen musst du bei wetterbedingt ausgefallenen Flügen natürlich nichts.

Und auch du kannst einen Flug als Mitflieger absagen. Am besten natürlich so früh wie möglich, um keine Stornogebühr zahlen zu müssen. Doch wenn du kurz vor dem Abflug einen schlechten Eindruck von Pilot oder Maschine bekommst, zwingt dich niemand, wirklich mitzufliegen.

Um solche Situationen möglichst zu vermeiden, gibt es auch bei den Mitflugzentralen die von den Mitfahrzentralen bekannten Bewertungsverfahren für Piloten und Passagiere. Zudem müssen Piloten ihre Lizenzen in der Regel verifizieren lassen.

Wie hat dir der Artikel gefallen?
0
3
×

Einwilligungserklärung für die Nutzung der Social Media Plugins

Für die Nutzung von Social-Media-Dienstangeboten diverser Unternehmen stellen wir Ihnen Social-Media-PlugIns zur Verfügung. Diese werden in einem 2-Klick-Verfahren auf den Online-Angeboten der AOK eingebunden. Die AOK erfasst selbst keinerlei personenbezogenen Daten oder über deren Nutzung mittels der Social PlugIns. Über diese PlugIns können jedoch Daten, auch personenbezogene Daten, an die US-amerikanischen Diensteanbieter gesendet und gegebenenfalls von diesen genutzt werden. Das hier eingesetzte Verfahren sorgt dafür, dass zunächst keine personenbezogenen Daten an die Anbieter der einzelnen Social-Media-PlugIns weitergegeben werden, wenn Sie unser Online-Angebot nutzen. Erst wenn Sie eines der Social-Media-PlugIns anklicken, können Daten an die Dienstanbieter übertragen und durch diese gespeichert bzw. verarbeitet werden.

close