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Reiseimpfungen: Das solltest du vor deinem Urlaub wissen

von Sirany, 28.08.2018

Ein umfassender Impfschutz kann bei Reisen in ferne Länder lebenswichtig sein. Durch rechtzeitige Reiseimpfungen fliegst du entspannter und sicher in den Urlaub. Was es zu beachten gibt, steht hier.

Für die einen bedeutet Urlaub Erholung, für die anderen Abenteuer – oder von beidem ein bisschen. Doch Abenteuer heißt nicht, dass du dich gesundheitlichen Risiken aussetzt. Denn diese lassen sich durch Schutzimpfungen und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen bis zu einem gewissen Grad vermeiden.

Und wer möchte sich schon auf Reisen ständig darüber Gedanken machen, ob er vielleicht gerade verunreinigte Scampi gegessen hat und Hepatitis A bekommen könnte? Oder sich vor Malaria fürchten müssen, weil ihn eine Mücke im Dschungel von Myanmar gestochen hat?

Darum sind Reiseimpfungen sinnvoll

In fernen Ländern lernst du nicht nur eine neue Kultur kennen, sondern kommst möglicherweise auch mit Krankheitserregern in Kontakt, die in Deutschland nicht verbreitet sind. Diese können etwa über unsauberes Trinkwasser, verunreinigte Lebensmittel, Stechmücken oder Tierbisse übertragen werden. Selbst wenn du höllisch aufpasst, besteht immer ein Infektionsrisiko, zum Beispiel weil die Hygienestandards niedriger sind als in Deutschland oder die medizinische Versorgung im Krankheitsfall nur ungenügend ist.

Impfungen gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen, damit du dich nicht mit Erregern ansteckst, die gefährliche Infektionskrankheiten wie Hepatitis A und B, Cholera oder Gelbfieber übertragen.

Straßenküche in Asien
Damit du auf Reisen die ländertypische Küche voll genießen kannst, ist ein umfassender Impfschutz wichtig.

Backpacker oder Pauschaltourist? – Warum dein Reisestil eine Rolle spielt

Gerade wenn du in (sub-)tropische Regionen in Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika reist, besteht ohne einen umfassenden Impfschutz immer die Gefahr, dass du dich mit Krankheitserregern infizierst. Wie hoch dieses Risiko ist, hängt auch von deinem individuellen Reisestil ab.

Du hast auf der thailändischen Insel Phuket einen Pauschalurlaub im Fünf-Sterne-Ressort für zehn Tage gebucht? Dann setzt du dich einem geringeren Infektionsrisiko aus als der Backpacker, der das ganze Land einen Monat lang von Nord nach Süd bereist, in günstigen Hostels schläft und auch eine mehrtägige Dschungeltour nicht scheut.

Denn zum einen sind in einfachen Unterkünften die Hygienestandards niedriger, zum anderen spielen auch die Länge des Aufenthalts in einem Land und die Intensität des Kontakts zu Land, Leuten und Tieren eine Rolle.

Vor diesen Infektionskrankheiten kannst du dich schützen

In Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika – insbesondere in den Gegenden um den Äquator – sind bestimmte Infektionskrankheiten verbreitet, über die du Bescheid wissen solltest. Denn du kannst Maßnahmen treffen, um dich zu schützen und somit das Infektionsrisiko zu verringern.

  • Cholera: Die Infektion erfolgt über kontaminierte Getränke – insbesondere Wasser, aber auch Eiswürfel – und Nahrungsmittel und kann zu Bauchkrämpfen, Erbrechen, schwerem Durchfall und infolgedessen lebensgefährlichem Flüssigkeitsverlust führen. Mangelhafte hygienische Umstände, zum Beispiel nach Naturkatastrophen, können zum Ausbruch der Krankheit in einem Gebiet führen. Eine Impfung kann bei Reisen in Infektionsgebiete sinnvoll sein. Art der Impfung: Schluckimpfung, zwei Impfstoffdosen im Abstand zwischen einer und sechs Wochen.
  • Gelbfieber: Wird über bestimmte Mückenarten übertragen und äußert sich durch hohes Fieber, Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und bei schweren Verläufen durch lebensbedrohliche Störungen der Leberfunktion. Die Impfung kann bei Reisen in Gelbfieber-Endemiegebiete im tropischen Afrika und Südamerika sinnvoll sein. Einige Länder verlangen bei der Einreise einen internationalen Impfnachweis, wenn du vorher in Endemiegebieten (gilt teilweise auch für Transitaufenthalte) warst. Art der Impfung: einmalige Injektion mit Lebendimpfstoff.
  • Hepatitis A: Die Leberentzündung wird durch verunreinigtes Wasser und kontaminierte Lebensmittel hervorgerufen. Eine Impfung kann bei Reisen in Regionen mit hoher Hepatitis-A-Prävalenz sinnvoll sein. Art der Impfung: In der Regel Injektion in zwei Dosen, die zweite erfolgt dabei sechs bis zwölf Monate nach der ersten. Kombination mit Hepatitis B in drei Dosen möglich.
  • Hepatitis B: Diese Art der Leberentzündung überträgt sich vor allem durch sexuelle Kontakte. Doch auch kleinste Mengen von infiziertem Blut können zur Ansteckung führen, wenn es über Verletzungen oder die Schleimhäute in den Körper gelangt. Die Impfung kann bei Reisen in Regionen mit hoher Hepatitis-B-Prävalenz bzw. bei erwartetem intimem oder engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sinnvoll sein. Art der Impfung: Injektion in drei Dosen, die zweite erfolgt dabei einen Monat nach der ersten, die dritte sechs Monate nach der ersten. Kombination mit Hepatitis A in drei Dosen sowie eine Schnellimmunisierung in drei Dosen möglich (viert Dosis nach zwölf Monaten erforderlich).
  • Malaria: Malaria wird insbesondere in den Tropen und Subtropen von Mücken übertragen und löst wiederholte hohe Fieberschübe, Kopf- und Gliederschmerzen aus. Eine Schutzimpfung gibt es noch nicht. Die Expositionsprophylaxe, also das Verhindern von Mückenstichen, und unter Umständen auch eine Chemoprophylaxe – das Einnehmen von Medikamenten bzw. das Mitführen eines Notfallmedikaments, das benutzt wird, sobald Symptome auftreten, die auf Malaria hindeuten – sind die besten präventiven Maßnahmen.
  • Meningokokken-Infektionen: Eine Erkrankung äußert sich unter anderem durch starke Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit und kann sogar bei guter medizinischer Versorgung und direkter Behandlung tödlich verlaufen. Die Impfung kann bei Reisen in Gebiete mit aktuellen epidemischen Ausbrüchen oder hyperendemischem Vorkommen sinnvoll sein, insbesondere bei Langzeitaufenthalten und engem Kontakt zur Bevölkerung. Art der Impfung: Es gibt verschiedene Impfstoffe gegen die einzelnen Erregertypen A, B, C, W und Y.
  • Tollwut: Die Virusinfektion des Zentralnervensystems wird durch Tierbisse (zum Beispiel Hunde, Affen, Fledermäuse) übertragen und endet für den Menschen tödlich, wenn dieser nicht geimpft ist und der Ausbruch der Erkrankung nicht durch eine sofortige Impfung und Gabe von Antikörpern (Postexpositionsprophylaxe) verhindert werden kann. Die Impfung kann sinnvoll sein bei Reisen in Gebieten mit hoher Tollwutgefährdung, zum Beispiel durch streunende Hunde, und erwartetem Kontakt zu Tieren. Art der Impfung: Injektion in drei Dosen am ersten, siebten und 21. bzw. 28. Tag.
  • Typhus: Die Infektion erfolgt in der Regel über verunreinigtes Wasser und kontaminierte Lebensmittel. Zu den ersten Symptomen zählen Fieber, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen – unbehandelt kann es zu einem schweren Verlauf unter anderen mit typischem Ausschlag und Zungenbelag kommen, die Infektion erstreckt sich dann über mehrere Wochen. Eine Impfung kann bei Reisen in Endemiegebiete mit Aufenthalten unter schlechten hygienischen Bedingungen sinnvoll sein. Art der Impfung: eine Injektion oder Schluckimpfung in drei Dosen am ersten, dritten und fünften Tag.

Zusätzlich ist es sinnvoll, die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) zu den Standardimpfungen in Deutschland zu beachten. Dazu zählen unter anderem Tetanus und Diphterie.

Junge Frau überblickt auf einer Schaukel den Dschungel
Keine Angst vor dem Dschungel mit der richtigen Malariaprophylaxe.

Reisemedizinische Beratung: Auf der sicheren Seite

Du kannst dir zwar im Internet auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, des Robert-Koch-Instituts, der World Health Organisation und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin ein erstes Wissen über Reiseimpfungen anlesen, doch solltest du vor deinem Urlaub unbedingt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch nehmen.

Solch ein kostenpflichtiges Beratungsgespräch bieten auf Reise- und Tropenmedizin spezialisierte Ärzte an. Sie informieren dich umfassend über die gesundheitlichen Risiken im Reiseland deiner Wahl, erklären dir, welche Möglichkeiten des Impfschutzes es gibt und erstellen einen Impfplan für dich. Die reisemedizinische Beratung ist aus diesen Gründen besonders sinnvoll:

  • Der Arzt berücksichtigt deinen individuellen Fall: Reiseplan, Gesundheitszustand, bereits bestehender Impfschutz, Vorerkrankungen etc.
  • Das Infektionsrisiko in tropischen Ländern sowie die Impfvorschriften einzelner Staaten ändern sich ständig. Reisemediziner sind auf dem aktuellen Stand.

Damit du dich noch rechtzeitig impfen lassen kannst, sollte die Beratung allerspätestens vier Wochen vor deinem Urlaub erfolgen – und danach steht weder dem entspannten Strandurlaub noch dem Backpack-Abenteuer im Dschungel etwas im Weg. 

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