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Backpacker steht am Bahngleis, während ein Zug einfährt

Ticket to ride: Mit dem Interrail durch Europa – wie funktioniert das?

von Sirany, 23.02.2018

Ein Ticket, einen Monat Zeit und die Option, mit dem Zug durch 30 Länder in Europa zu reisen: Möglich macht es ein Interrail-Pass. Die Fahrkarte verheißt Flexibilität, Unabhängigkeit und Abenteuer.

In Wien morgens einen Kaffee trinken, Mittag essen in Bratislava und abends in Budapest das Nachtleben erkunden – mit einem Interrail-Bahnticket ist das eine Leichtigkeit. Denn Bahnunternehmen in 30 europäischen Ländern akzeptieren diese Fahrkarte, die es dir ermöglicht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums unbegrenzt viele Zugfahrten zu unternehmen. Genau genommen sind es sogar 32 Länder, wenn du die Zwergstaaten Monaco und Liechtenstein noch dazurechnest. Wie du dich im Wirrwarr der unterschiedlichen Pässe zurechtfindest und was du sonst noch über Interrail wissen solltest, erfährst du hier.

Warum Interrail?

Was im Jahr 1972 als Europa-Fahrkarte für junge Reisende bis 21 Jahre eingeführt wurde, hat sich mittlerweile zur günstigen Reisemöglichkeit für alle Altersklassen entwickelt. Denn seit 1988 ist es egal, wie alt du bist: Alle europäischen Staatsangehörigen und Nichteuropäer mit festem Wohnsitz in Europa dürfen einen Interrail-Pass kaufen. Für junge Erwachsene bis 27 Jahre und Senioren gibt es einen Rabatt, Kinder bis elf Jahre fahren sogar kostenlos mit.

Was die Reisenden am Interrail-System so lieben: Haben sie sich im Vorfeld erst mal für einen Pass entschieden, haben sie während ihres Urlaubs viele Freiheiten und Flexibilität bei der Wahl der Zugstrecken. Sie müssen sich nicht mehr für eine Fahrkarte am Automaten oder Schalter anstellen, sondern können einfach in die Bahn steigen – vorausgesetzt, diese ist nicht ausgebucht. Sitzplatzreservierungen lassen sich mit dem Interrail-Ticket zwar auch vornehmen, diese sind jedoch in der Regel kostenpflichtig.

Außerdem empfinden viele Reisende den Zug verglichen mit dem Bus als angenehmeres Fortbewegungsmittel: mehr Beinfreiheit, Platz, um sich zwischendurch die Füße zu vertreten – und die atemberaubenden Landschaften, durch welche die Bahnstrecken teilweise führen, sind ohnehin ein Highlight. Allerdings solltest du bedenken, dass die Züge nicht in allen europäischen Ländern so komfortabel sind wie in Deutschland. Bei mehr als sechs Stunden Fahrzeit kann der Hintern schon mal schmerzen. Wer aber kein Problem damit hat, längere Zeit im Zug zu verbringen, und möglichst viel von Europa kennenlernen möchte, der sollte Interrail ausprobieren.

Junge Frauen auf Reisen studieren eine Landkarte im Zug
Während der Zugfahrt ist nach der Zugfahrt: Nutze die Zeit sinnvoll, um deine weitere Reise zu planen.

Viele Pässe, viele Möglichkeiten

Das Schwierigste an Interrail ist eigentlich, sich vor der Reise für einen Pass zu entscheiden. Bevor du dir ein Ticket kaufst, solltest du dir klar darüber sein, ob du nur ein Land oder möglichst viele Staaten erkunden willst. Möchtest du nur an einigen Tagen mit dem Zug weiterreisen oder den Pass einen Monat lang unbegrenzt nutzen können? Das hier sind die Pässe im Überblick:

  • Global Pass: ermöglicht Zugreisen in 30 Ländern, folgende Optionen gibt es: + Reisen möglich an jedem von 15 aufeinanderfolgenden Tagen, + Reisen möglich an jedem von 22 aufeinanderfolgenden Tagen, + Reisen möglich an jedem Tag innerhalb eines Monats, + 5 frei wählbare Reisetage innerhalb von 15 Tagen, + 7 frei wählbare Reisetage innerhalb eines Monats, + 10 frei wählbare Reisetage innerhalb eines Monats, + 15 frei wählbare Reisetage innerhalb eines Monats.
  • One Country Pass: 31 Länderpässe sind verfügbar, sie gelten in der Regel für ein ausgewähltes Land, 3, 4, 6 oder 8 frei wählbare Reisetage innerhalb eines Monats.
  • Premium Pass (derzeit nur für Spanien und Italien verfügbar): kostenlose Reservierungen (ohne internationale und Nachtzüge) sind im Preis inbegriffen, 3, 4, 6 oder 8 frei wählbare Reisetage innerhalb eines Monats.

Alle Pässe und Optionen haben unterschiedliche Preise. Ihre Kosten sind abhängig von der Ländergröße, der Dauer ihrer Gültigkeit und vom Grad der Flexibilität, den sie gewährleisten. 

Wo soll’s hingehen?

Da du nicht mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs bist, wirst du es in einem Monat natürlich nicht schaffen, alle Länder zu bereisen, für die der Interrail-Global-Pass gilt. Überleg dir vorher gut, welche Ecke Europas du erkunden möchtest. Du brauchst vorher keine konkrete Auswahl der Länder zu treffen, aber zumindest für eine Himmelsrichtung solltest du dich schon entscheiden, damit du nicht wahl- und planlos kreuz und quer fährst und kostbare Zeit verschenkst. Eine konkrete Route wollen wir dir nicht vorschreiben. Stattdessen hier einige Inspirationen für dich:

  • Unbekanntes Osteuropa: Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Serbien und Bulgarien sind touristisch noch nicht so erschlossen wie Westeuropa. Beeindruckende Landschaften (auch während der Zugfahrt) und junge Städte gibt es hier zu entdecken. Abhängig von deinem Tempo schaffst du es vielleicht sogar runter bis in die Türkei. Allerdings ist Zugfahren in diesen Ländern generell noch recht günstig. Hier ist es sinnvoll auszurechnen, ob sich das Interrail-Ticket überhaupt lohnt oder ob du mit Einzelfahrkarten billiger wegkommst.
  • Urban durch Skandinavien: Kopenhagen, Göteborg und Oslo lassen sich in entspanntem Tempo schon innerhalb von zehn Tagen erkunden. Möchtest du außerdem noch einen Abstecher nach Finnland machen, kannst du mit der Fähre von Stockholm nach Helsinki übersetzen.
  • Klassiker Südeuropa: Über Südfrankreich nach Barcelona und weiter bis Lissabon ist eine beliebte Interrail-Strecke. Auch Reisen durch Italien sind angesagt. Von dort kommt man mit der Fähre außerdem schnell nach Griechenland. Die Nutzung ist mit dem Interrail-Pass teilweise sogar kostenlos.

Junges verliebtes Paar wartet auf einer Bank am Bahnhof
Kein Zeitdruck, keine Verpflichtungen, kein Stress: Mit dem passenden Interrail-Pass reist du entspannt.

Nachts reist es sich oft günstiger

Wenn du möglichst wenig Zeit mit dem Zugfahren verschwenden möchtest, nutze doch die Nacht dafür. So sparst du die Kosten für eine Unterkunft und kannst mehr oder weniger bequem schlafen, während der Nachtzug dich von A nach B bringt. Allerdings sind alle Nachtzüge auch mit Interrail-Ticket reservierungs- und kostenpflichtig. Die Kosten sind länderabhängig: In Frankreich können sie durchaus 30 Euro betragen, im Nachtzug von Serbien nach Griechenland bezahlst du nur rund 6 Euro für ein Bett im Liegewagen.

Tipp: Ein Hoch auf die 7-pm-Regel! Wenn du nach 19 Uhr in einen Zug steigst und nach 4 Uhr morgens am Ziel ankommst, wird nur ein Reisetag für die Fahrt berechnet. Da ein neuer Interrail-Tag normalerweise um Mitternacht anbricht, müssten für die Fahrt eigentlich zwei Tage draufgehen.

Good to know: Weitere Tipps für dein Interrail-Abenteuer

Rund um deinen Railway-Trip gibt es noch viele weitere nützliche Informationen. Lies dich doch zur Vorbereitung ein wenig in das Thema Interrail ein, anstatt wie sonst die Reiseführer zu wälzen, um die konkrete Route, Sehenswürdigkeiten etc. zu planen. Denn ein bisschen Spontanität gehört auch zum Zug-Abenteuer dazu.

Ein paar Tipps haben wir im Folgenden für dich aufgelistet:

  • Wie bereits erwähnt, kannst du mit dem Railway-Pass nicht nur Züge nutzen, sondern auch manche Fähren. Informiere dich vorher, mit welchen Schiffen du fahren kannst. Die Nutzung ist entweder komplett kostenlos oder zumindest vergünstigt.
  • Für internationale, Nacht- und Highspeed-Züge ist häufig eine kostenpflichtige Reservierung notwendig. Viele französische Züge, inklusive des Schnellzugs TGV, erfordern das zum Beispiel.
  • Den Interrail-Pass kannst du im Land, in dem du deinen Wohnsitz hast, nicht nutzen. Die An- und Abreise ist im Global Pass allerdings mit drin. Diese Fahrten müssen am ersten und letzten Reisetag erfolgen.
  • Die Daten für jeden Reisetag musst du in deinem Interrail-Pass vermerken, bevor du in die Bahn steigst und kontrolliert wirst. Wenn du das nicht machst, können dir schlecht gelaunte Zugbegleiter einen Strick daraus drehen und dich als Schwarzfahrer aufschreiben.
  • Zu deinem Interrail-Pass bekommst du eine Karte mit einer Übersicht zu allen Strecken. Es ist aber hilfreich, sich zusätzlich die Interrail-App herunterzuladen. 
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