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A Few Good Friends
Eine Initiative der
Zukunft der Mobilität: Fahrradautobahnen und Radschnellwege

Und wir fahren, fahren, fahren - auf der Fahrradautobahn!

von Florian, 26.10.2017

So langsam haben es auch die letzten Städteplaner begriffen: Das Fahrrad ist das Fortbewegungsmittel der Zukunft – aber es braucht Platz. Und Fahrradautobahnen. Was es damit auf sich hat, erfährst du hier.

Kennst du auch diese Menschen, die sich über zu hohe Spritpreise aufregen, dann aber mit dem Auto ins Fitnessstudio cruisen, um dort zum Strampeln aufs Ergometer zu steigen? Deren Argumente: schlechte Radwege, gefährliche Straßen. Okay, kann man gelten lassen. Noch. Denn in vielen deutschen Städten werden die Verkehrskonzepte gerade radikal umgestellt – zugunsten der Radler.

Kopenhagen hat es vorgemacht

Wenn du mal in Kopenhagen oder Amsterdam warst, weißt du, wie eine fahrradfreundliche Stadt aussieht: überall gut ausgebaute Radwege, eigene Abbiegespuren und Ampeln für Radler sowie ausgewiesene Fahrradstraßen, die für Autofahrer gesperrt sind. Und wirklich jeder ist mit dem Rad unterwegs. Der Anteil der Biker am gesamten Verkehr hat sich zum Beispiel in Kopenhagen in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und liegt mittlerweile bei über 50 Prozent. 

In der dänischen Hauptstadt entstand 2012 auch die erste Fahrradautobahn. Oder nennen wir es lieber Radschnellweg, denn Autos haben auf dieser Straße nichts zu suchen. Ein solcher Highway für unmotorisierte Zweiräder hat dank Über- oder Unterführungen keine Kreuzungen und möglichst wenig Gefälle. Zudem ist die Straße weitgehend gerade und breit genug, um Überholmanöver trotz Gegenverkehr gefahrlos zu garantieren.

Fahrradautobahnen und Radschnellwege: Zukunft der Mobilität
So sieht ein Radschnellweg aus: gerade Streckenführung, viel Platz, guter Belag und keinestörenden Kreuzungen.

100 Kilometer Radschnellweg quer durchs Ruhrgebiet

Seit 2015 gibt es zwischen Mühlheim und Essen auch in Deutschland einen solchen Radschnellweg. Elf Kilometer nur geradeaus – bei entspanntem Radeln dauert das vielleicht 35 Minuten. Vergleich das mal mit einer deutschen Großstadt deiner Wahl, in der du dich morgens zur Arbeit elf Kilometer lang mit dem Auto durch den Berufsverkehr quälst. Geht das schneller? Eher nicht.

Wusstest du schon...?

Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, kann sich für dich neben dem Umwelt-, Geld-, und Fitnessaspekt noch ganz anders rentieren: Die AOK hat zusammen mit dem ADFC die Initiative  Mit dem Rad zur Arbeit ins Leben gerufen. Wenn du mitmachst, kannst du dir Sachpreise im Gesamtwert von über 200.000 Euro sichern.

Diese elf Kilometer sind übrigens erst der Anfang. Noch in diesem Jahr werden wohl bis zu 35 weitere Kilometer hinzukommen. 2020 oder etwas später soll der Radschnellweg Ruhr, das bisher größte Radwegprojekt in Deutschland, rund 100 Kilometer lang sein und zwischen Duisburg und Hamm alle großen Ruhrgebietsstädte verbinden. Und falls du ungern ins Schwitzen kommst – ja, auch E-Bikes sind auf den Fahrrad-Highways erlaubt.

Grüne Welle für Radler in Göttingen

Nun setzt sich die Erkenntnis in immer mehr deutschen Städten durch, dass es sinnvoller ist, Kalorien anstelle von Benzin zu verbrennen: weniger Platzbedarf, weniger Lärm, weniger Abgase. Die Studentenstadt Göttingen hat 2015 nachgezogen und einen Highway für Zweirad-Junkies errichtet, der den Norden der Stadt mit der Uni und dem Bahnhof verbindet. Radler profitieren hier zudem von einer Grünen Welle.

Mittlerweile planen fast alle Bundesländer Radschnellwege oder haben mit dem Bau sogar bereits begonnen. Hamburg prüft gerade sechs verschiedene Routen aus allen Himmelsrichtungen, sogar das knapp 50 Kilometer entfernte Lüneburg könnte dann innerhalb von zweieinhalb Stunden bei einer gemütlichen Radtour erreicht werden. In Berlin werden in den kommenden Jahren wohl vier Projekte gestartet.

Fahrradautobahnen und Radschnellwege: Zukunft der Mobilität
Grüne Welle für Radfahrer – das ist in Göttingen bereits Realität.

Velorouten sind keine Radschnellwege

Radschnellwege sind allerdings nicht zu verwechseln mit sogenannten Velorouten. Diese gibt es bereits in vielen deutschen Städten und sie sollen dem Radverkehr ebenfalls Vorteile verschaffen. Doch die Velorouten führen über verschiedene Verkehrsanlagen. Das heißt, du musst manchmal auf einem engen Radweg fahren, mal auf Extraspuren, die auf Straßen eingerichtet wurden und manchmal auch wie bisher im ganz normalen Autoverkehr. Nur auf den Fahrradautobahnen kannst du gleichmäßig dein Tempo halten, ohne abbremsen oder gar absteigen zu müssen.

Checkliste: Was macht einen Radschnellweg aus?

Hier findest nochmal die Kriterien zusammengefasst, die der Fahrradclub ADFC an einen Radschnellweg stellt:

  • gleichbleibende Fahrgeschwindigkeit
  • geringer Energiebedarf durch gute Oberflächenbeschaffenheit
  • Kreuzungsfreiheit durch Ober- und Unterführungen
  • Geradlinigkeit bzw. große Kurvenradien
  • breite Wege
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